Legale & illegale Drogen

LSD & 1P-LSD in der Wahrnehmung der Gesellschaft

Das dunkle Internet hat zuvor sehr unzugängliche Legalhighs ziemlich leicht zugänglich gemacht. Deshalb ist 1P-LSD in den vergangenen paar Jahren bei Personen im Alter von 15 bis 32 immer beliebter geworden. 1P LSD zu besorgen, war früher viel schwieriger als an Kokain oder anderen Pillen zu kommen, also machte sich so gut wie keiner die Umstände. Doch heute kann sich jeder alles nach Hause liefern lassen.

Da immer mehr Menschen LSD nehmen, fanden wir es nur angemessen, uns mit einem Experten zu unterhalten, um ein kleines Einmaleins zusammenzustellen. Da die Leute völlig unabhängig von allen gut gemeinten Ratschlägen dieser Welt einschlägige Drogen nehmen, ist es wichtig, dass sie das Wissen besitzen, verantwortungsbewusst mit diesen Drogen umzugehen—und sichergehen, dass sie nicht zum Beispiel beim ersten Mal gleich eine doppelte Dosis nehmen, Panik schieben und dann den Rest ihres Lebens an grauenvollen Flashbacks leiden.

Professor Nutt: „Der erste Trip ist meist schrecklich“

ich völlig den Verstand verloren hatte. Ich entkam ihnen und ging in die Küche, wo ich den Leuten sagte, ich wolle Selbstmord begehen, weil ich verrückt geworden sei. Ich versuchte, meinen Kopf in den Gasofen zu stecken. Ich wurde in den Garten geschleift und sie hielten mich auf dem Rasen fest, damit ich mich einkriegte. Ich sah hoch und der ganze Himmel war voll mit 300 Meter großen Eiskriegern, die in einer Phalanx auf mich zu geritten kamen. Das hat mir Angst gemacht.

Dann war ich im Wohnzimmer und alle waren im Dunkeln eingeschlafen. Mir wurde klar, dass das absolute Böse anwesend war und mir erzählte, die ganze Welt sei nur für mich erschaffen worden. Ich konnte leuchtende, psychedelische Maden sehen, die sich auf der Lampe wanden und dann mit einem lauten Zischen auf den Boden plumpsten. Ich verbrachte den Rest der Nacht mit paranoiden Gedanken darüber, dass mein Leben ruiniert sei, weil ich diese Droge genommen hatte. Ich hatte ein Jahr danach noch mit den psychischen Folgen zu kämpfen. Wenn ich in diesem Jahr nicht eine Freundin gehabt hätte, die sich um mich kümmerte, dann wäre ich wahrscheinlich in einer Anstalt gelandet.

Das klingt übel. Ich bin überrascht, dass du danach nochmal Acid genommen hast. Warum war dieser Trip so stark?
Weil in den 1970ern Microdot-LSD verdammt stark war—250 Mikrogramm pro Trip. Ich wusste damals nicht, dass man mindestens eine oder zwei Stunden warten sollte, um zu sehen, ob es wirkt, also habe ich gleich 500 Mikrogramm genommen, die mich umgehauen haben wie ein rasender Laster. Heutiges Acid ist nicht ansatzweise so stark. Die durchschnittliche Dosis von heute hat maximal zwischen 100 und 150 Mikrogramm.

Was ist die häufigste Ursache schlechter Trips?
Dein eigener Geist. LSD öffnet dein Unterbewusstsein, so dass dir alles, was dir jemals passiert ist, wieder einfallen könnte—alles Verdrängte, über das du nicht sprechen möchtest. Deswegen setzen sie LSD auch in der Psychotherapie ein, weil es so gut darin ist, all diese Dinge freizulegen—auch wenn MDMA das noch besser kann. Die Leute müssen sich sicher sein, dass in ihnen nichts ist, das an die Oberfläche kommen wird. Es ist bei jeder Person unterschiedlich.

Gibt es eine Möglichkeit sicherzugehen, dass ich keinen schlechten Trip bekomme?
Es gibt keinen sicheren Weg. Die Leute, die ich kenne, die seit 40 Jahren Acid nehmen, sind immer noch total vorsichtig damit—sie behandeln es immer nur mit dem größten Respekt. Allerdings solltest du schon sicher sein, dass dir gerade nichts zu schaffen macht. Wenn du zum Beispiel große zwischenmenschliche oder emotionale Probleme hast, dann wird das hundertfach verstärkt, denn LSD ist ein Sinnesverstärker. Wenn du in einem schlechten Geisteszustand anfängst, dann wird es dich auch nicht in einen guten Zustand versetzen.

Timothy Leary, der die Botschaft des LSD in die gesamte Welt getragen hat, hatte nur zwei Wörter zu sagen, was richtiges Trippen anbelangt: Set und Setting. Dein eigener Geisteszustand und deine physische Umgebung. Wenn du die mit Bedacht kombinierst und auf deine Dosis achtest, ist das der beste Weg, einen guten Trip herbeizuführen. Wenn du noch nicht erfahren bist, solltest du unbedingt die Kontrolle über deine Umgebung haben. Am besten ist es, wenn du dich irgendwo aufhältst, wo nur wenige Menschen sind, oder bei Leuten bleibst, die du kennst.

Auf ein Konzert zu gehen, klingt wie eine gute Idee, aber du musst dich am Veranstaltungsort zurechtfinden, es gibt große Menschenmengen, jemand könnte dich versehentlich anrempeln. Wenn du in einem Zimmer mit Freunden bist, mit Kerzen und netter Musik, und alles ist entspannt, dann sind das gute Voraussetzungen. Oder du kannst raus in die Natur gehen, solange du nicht in Panik gerätst, wenn du nüchternen Menschen über den Weg läufst. Leute, die nicht auf Acid sind, können für dich furchterregend sein. Ihre Gesichter können sich verzerren und du kannst paranoid werden.

Hast du irgendwelche Tipps für Trip-Jungfrauen, die kurz davor stehen, den großen Schritt zu wagen?
Nimm eine kleine Dosis, auch wenn man Räuchermischungen bestellen tut. Dann warte drei oder vier Stunden, und wenn du dich wohl fühlst, dann kannst du nächstes Mal vielleicht die volle Dosis nehmen. Lass dir niemals von jemandem sagen, ob es stark oder schwach ist, denn die Psyche jeder Person ist unterschiedlich. Manche Leute können acht Bier trinken und dann einfach weiter ihrem Leben nachgehen. Wenn ich acht Bierchen trinken würde, müsste ich ins Krankenhaus. Bei deinem ersten Mal solltest du eine Person dabei haben, die nichts genommen hat und die auf dich aufpassen kann.

Professor Nutt hat LSD als eine der am wenigsten schädlichen Drogen der Welt eingestuft—viel weniger schädlich für den Körper als etwa Alkohol. Doch er scheint nicht zu bedenken, dass die Droge Konsumenten auch in gefährliche Situationen bringen kann.

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